Das schönste Kino, das ich eigentlich je gesehen habe, heißt Xenix und steht am Helvetiaplatz in Zürich. Von außen eine unscheinbare Baracke, die sich aber belebt, sobald ein paar Sonnenstrahlen zum Vorschein kommen. Gäste trinken Yuppikaffee und Bierchen, samstags kann man meist noch über einen Flohmarkt spazieren und mit etwas Glück viel Nützliches geschenkt kriegen. Abends ist der Platz dann für werdende Väter mit Hornbrillen reserviert und junge Frauen, die ihre Stirnen mit Haar bedecken. Diese Leute spielen auch sehr gerne Boule bzw. Petanque, ein Spiel, mit dem sich in Frankreich meines Wissens vor allem ältere Menschen zu vergnügen pflegen. Ich sitze derweil meistens zu Hause – oder eben im Xenix-Kino, das mich jeden Monat aufs Neue mit handverlesenen Programmen etwa zur skandinavischen Lakonik oder zum kubanischen Filmschaffen, mit freundlichen Preisen und großen gemütlichen Sofas zum Ausspannen oder Ausnüchtern verlockt.
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